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"Leben"

Autor: Hannah Maron (Ich)
Datum: 18.09.2023
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Poetry
Leben
Ja, sie sagen :„leb dein Leben, Zeit es in die Hand zu nehmen!“
Musst viel erleben und doch nicht dabei zergehen,
denn das Leben, das Leben ist ein Spiel, doch, doch kein Kinderspiel.
Denn man soll schon Spaß haben,
nur nicht zu viel, weil das Leben, das Leben, das ist ernst.
Nur nicht(…) zu ernst.

„Mach einen Cut in deinem Leben!“,
Doch der Cut, der ging daneben, in ,ja, meine Venen.
Das Blut fließt, das Herzt pocht, das Dopamin steigt.
Stille,
kurze Stille, Stille von mir, meinen Gedanken, dem Teufel in mir, der Stimme die mir sagt, ich wäre nie genug.
Nie genug.
Nie genug gelebt, nie genug gefeiert, nie genug Zeit gehabt, nie genug gelacht, nie genug Spaß gehabt, nie genug geleistet, nie genug versucht mich anzupassen, einfach nie genug.
Nie genug Cuts gemacht, um all das weiterhin zu ertragen.

^

Wie, wie kannst du nur, ja wie kann ich nur?
Wie kann ich nur erdulden,
was mir nicht ist zu verschulden.
Die Schuld, die auf mir lastet,
die eben nie mal rastet, Pause macht, sich erholt.
Erholt von dem Schmerz, der Trauer, der Wut und dem Hass, der ständig an mir haftet sowie ein misslungenes Tattoo, welches ein Leben lang zu bleiben scheint, wie ein gekautes Kaugummi, was den Geschmack verloren hat, weil man es zu oft kaute.
Fühle mich benutzt, benutzt vom Leben.
Benutzt für einen Zweck, der sich anfühlt wie Dreck und doch ist er da, der Zweck, der Zweck im Leben.

Der Zweck im Leben,
arbeiten zu gehen, Kinder kriegen, Geld bis zum Erliegen und, und von anderen Neid zu kriegen.
Müde, müde vom Leben, dem erleben.
jeden Tag den selben scheiß zu leben.

„Früher, ja früher wurd nicht rumgezuckt, da habn wir gearbeitet!
Ja, Ja ich arbeite. Arbeite an mir, hart an mir, doch anscheinend nie hart genug.
Ich, ich als Frau, soll hübsch sein, klug sein, nett sein, sportlich sein, attraktiv sein, unschuldig sein, doch,
doch, ich soll nicht zu klug sein, nicht zu kräftig, nicht zu dünn, nicht zu muskulös, nicht zu unschuldig, soll gut sein, soll perfekt sein.
Ich soll, ich soll, ich soll,
aber was, was ist mit mir?
Was soll ich? Was soll ich tun,
wenn meine Gedanken und Gefühle mir zu viel werden, mich überkommen, mich zerreißen, mich mit der Welle reißen und ich stehe da und frage mich, „was soll ich tun?“
Ja, was soll ich tun?

Verzweifelt, jeden Tag im?Bett zu liegen,
alles nicht mehr mitzukriegen.
Bin besessen, besessen von Essen, vom erbrechen oder eben am zerbrechen.
Bin besessen von der Frage:„hab ich zu viel gegessen?“
Kalorien, Abnehmen, Sport,
muss perfekt sein.
Mein Kopf schreit mehr,
Doch kann nicht mehr,
bin so leer, bin am verkommen.
Bin nicht unzufrieden und doch so unbefriedigt.


„Mensch, reiß dich mal zusammen!“
Bist du denn der, der mich tröstet, mir hilft?

Mir hilft, wenn ich Angst habe, wenn ich zweifle, Schuldgefühle habe, wenn ich mein Leben in Frage stelle, wenn ich mich selbst verachte, wenn ich mir mal wieder zu viel werde.

Bist du dann derjenige, der mich auffängt, mir sagt, dass alles gut wird, ich richtig bin wie ich bin, mich in dem Arm nimmt, meine Tränen wegwischt und mir meine Ängste nimmt, die Ängste vor mir selbst?
Nein, nein du bist der , der sich über mich stellt, mir sagt, was ich alles tun und machen soll, doch nicht der, der hilft.
Eben nur der, der mit dem Finger auf andere zeigt.

Fühle mich von mir getrennt,
Von mir selbst erhängt.
Selbstfremd.

Das Leben ist ein Schein,
nur im Endeffekt mehr als wirklich sein.
Die Menschen kaschieren,
was sie versuchen zu pulieren.

Ja, das Leben, leb das Leben!
Nur fühlt es sich an wie ein dunkler Regenschauer und ich,
ich stehe da, da ohne Schirm,
ohne Schutz.
Schutz vor mir selbst.

Ich biege und ich breche, erbreche.
Erbreche von Zweifeln, Ängsten, Erlebnissen, Schuldgefühlen, Selbstverachtung und der Frage, wie viel wiegt beim Leben?

Muss mir gestehen, dass das Leben bleibt bestehen mit Krankheit, Frust und Angst.
Angst vor dem Alleinsein.

Leben,
Das Leben ist gut,
doch nimmst mir all den Mut.



Hannah Maron,