


![]() |
Gedichte |
Hier findet Ihr die Gedichte nach Kategorien geordnet. Die Klammer am Ende zeigt Euch, wieviele Gedichte in der jeweiligen Kategorie vorhanden sind.
Wenn Ihr Hilfe braucht oder nach einem bestimmten Gedicht sucht, geht auf "Suchen & Finden" rechts oben auf der Seite. Hier könnt Ihr nach bestimmten Kriterien suchen.
Um die Gedichte zu lesen oder diese herunterzuladen - natürlich nur zu nichtkommerziellen Zwecken - müsst Ihr Euch nichtregistrieren.
Auf Poetrys.de könnt Ihr Eure eigenen Gedichte und Kurzgeschichten unter "Mitmachen" einschicken.
Texte, die beleidigen, gegen die guten Sitten verstoßen, pornografisch sind oder Gewalt verherrlichen, haben auf unserer Seite nichts verloren, diese werden von uns aussortiert und gelöscht. Wir haben uns jedoch vorgenommen die Pressefreiheit zu beachten, daher geben die veröffentlichten Beiträge nicht die Meinung von Poetrys wieder.
Viel Spaß beim Mitmachen, Lesen und Vortragen
wünscht Euch Poetrys.de
Achtung am 18.01.2025 trete ich mit der Leslies Jazz und Swing Combo im Podium auf, Musik trifft Poesie
"HausBau mit
Fotoapparat (für
Lucia Moholy)"
Autor: Lorenz WolfDatum: 14.05.2026
E-Mail: Feedback schreiben


Natürlich-elegant
auch in Dur
steht die fröhliche Architektur
Im Photo
Geländer
Mauergewänder
stützen den Gatten
Sonne und Schatten
Visuelle Konstruktion aus Grundelementen
geometrische Bedeutung von Bausegmenten
Grau-Flächiges
das Gestirne zementiert
Bäume und Blattwerk
gleich komplementiert
vom Mauerwerk
gekonnt gegrenzt
beides dadurch schön ergänzt
ist das nicht ein Wunderwerk!
endlich vereint sind Natur und Kultur
moderne Hochzeit mit neu-sachlichem Schwur
auf optisch kalkuliertem Flur
Diese Synthese
die ruht als Festes
wohnt in Eisenästen
den schönwinkligen Grundfesten
von so manchen Kubusnesten
und gibt übernachtenden Gästen
Ruhe und Rast
in federnden Kästen
das Bild ist dafür suspectum
und dadurch Datum
und zugleich Umrahmung
des modernen Wände- und Geländer-Gemäldes
Entschlüsselt man diese optische Gleichung
durch Bezug auf Rahmenbedingung
die sind nicht im Bild
und doch im Bild
versteckt hinterm Objektivschild
so deutet man zur Geschichte
der in umliegenden Gräsern
ruhig spähenden Marmornichte
die
auch wenn im Schatten
spielt mit dem Lichte
So viel Geschichte
Baugeschichte
Hausberichte
Berichte über den Fortschritt des Bauns
Berichte des Bauhaus
Geschichten über Giganten
erzählt durch klaren Linien
fundiert durch eleganten
Proportionsphilosophien
Doch wie soll man das alles
auf einmal betrachten?
geht nicht
nicht mal das Modell
erlaubt totale Sicht
Deshalb lautet der Auftrag an die Frau
fangen Sie ein
jeden Winkel des Baus
Durch Arbeit an der Kamera
und Erkenntnis der bella vista
wird das Fragment zum Objekt
zum sorgsam ausgesuchten Aspekt
wird herausreichend
visuell unterstreichend
wird Subjektives
nah Erlebtes
geistig Bewohntes
und
was früher schien Gewohntes
wird durch Gewahren Neues
was noch im passiven Denken
ist geblieben Unbemerktes
von schlauen Winkeln aus
setzt sie Akzente
aufs Effiziente
das Spiel der Linien
Rahmung der Vorstellungskraft
wird geschafft
übrigens
die Fotos sind längst Geschichte
denn sie erzählen erst die Geschichten
von zeichnenden Zirkeln
die schon fast dichten
von Ideen die aufwirbeln
im historischen Wirken
Auch in Appartement-hohen Kontexten
des intuitiv-und-doch-Komplexen
visionär-architektonisch Konzipierten
und kunst-handwerklich Umgesetzten
wissen sie diese Kunst zu schätzen
das Foto
wie also erwogen
hat das erst hervorgehoben
das in jedem Aspekt
ein komplexer Affekt
Wir sehen damit beflissen
das die Schaffende
und das Bildliche
sich zu Einem vermischen
das ist schön
und richtig
doch den Namen der Fotoreporterin
müssen wir
obwohl wichtig
leider vorerst vermissen
Warum?
Zuerst:
Mit den Formeln des neuen Designs
Grammatiken modernen Architektenlateins
anwendbar auf allerlei
vom Nachttisch bis zum Tischbesteck
sind es die Herren die’s entdeckt
wir sprechen hier von Zauberei!
die haben's uns allen vererbt
so der Nachwelt
sei’s beerbt
Aber mal im Ernst:
Zum einen war damals
das Bild der Frau
bestenfalls
ziemlich mau
selbst im Haus des Baus
bleibt das Frauenbild
beim Alten
Als dann auch noch die braune Gülle
schon übers Land gerann
da beschließt ein Mann
- jedem Ästhet ein Name -
zu fliehen aus dem “Lebensraume“
der Zone in dessen Bauche
schon Völkisches hauste
ein Raum in dem nichts Menschliches lebt
negiert den Raum der Menschheit hegt
aus der Traum des Zeitstilbaus
.
doch im Augenschein der Not
rettet er die Blickpunktcollage
die sonst wär bedroht
Doch dabei:
Arts & Thefts
Unartful Crafts
Diebstahl der Identität
kein Mensch ist im Bild zu sehn
vor allem keine Frau im Bild
wir sehen auch keine Signatur stehn’
trägt also keinen Namen
anonym gehalten
soll sich enthalten
der Architekt
will sehen
nur sich selbst
als Wirkung und Effekt
selbst ist der Mann
Ist Direktor
des Beton- und Marmor-Ateliers
stand nebst andern lumières
verewigt
im Blitzlicht des modernen
Formen-ABCs
die Frau kann da
nur wirken im Versteck
denn obwohl so integral im Bilde
und auch als Inspiration
für Installation
von Innovation
ins external
wird verdrängt die Muse
während ihr Portrait schon vergilbte
Ihr Einfluss hat also erbaut bis ins Hohe
aber ganz im Kleinen tut sie das auch
als zentral sei angeführt
wie das Architektenwissen
ward überführt
durch mediation
der Funktion
Hervorhebungen ursprünglicher Intention
was auch im kleinsten Detail gespürt
hat uns nur im Schau’n verführt
Inspiration für Nachwelten
vom urbanen Kräuterbeet
bis zum MuseumsCafé
Immer noch
kein Ende der Sage
um die Form-und-Funktions-Frage
des ethischen Design
von Artefakten groß und klein
Aber um das zu zeigen
muss man unmittelbar bleiben
also greifen wir
die vielen Eisen
die helfen
beim steigen
und merken
Ihre Weisheit
sie ragt weit
ist Informant in den Skelettern
eines jeden schönen Baus auf den wir klettern
Ein Haus in ihrem Kasten
tut nun darin gefroren gasten
erfasst in anschaulichen Winkeln
werden, durch Erfahrung
der Ganzheit der Bilder
aus Momenten Sequenzen
die stilisieren und verbinden
perspektivische Grenzen
Also
wenn wir Abgebildetes erfassten
durch emphatisches Ertasten
- wir teilen ja die Schau mit der werten Frau -
dann können kluge Ansichten
von erlesenen Monumenten
- denn die entfalten Bedeutungschichten -
uns äußern Geschichten die sich plastisch verdichten
sodas man sogar das Alte neu erkennt
und man schaue
gar staune
was man alles auflese
wenn man Details erspähe
die man sonst vielleicht nicht sähe
das kann dann
den Strom der Zeit bremsen
aber nicht den vom Denken
der wird nicht gezähmt
nur sanft gebündelt und gelenkt
Erhabenheit im räumlichen Gedenken
Lucia
Wird sein immer
der schauende Schimmer
der Linse hinterm Bild
denn Kontext schafft das Bild
und das Bild macht das building








