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Gedichte |
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Achtung am 18.01.2025 trete ich mit der Leslies Jazz und Swing Combo im Podium auf, Musik trifft Poesie
"Fremder Mann mein
Vater"
Autor: MargoDatum: 30.10.2025
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papa nenn ich denn fremden mann
der mich wirf in denn schlamm
und ich denke an die momente
die ich mir ausgedacht habe mit meinen talenten
waren die jemals da?
denke ich mir jedes jahr
jeden monat
vielleicht auch jeden tag
denkst du auch an mich fremder mann
vielleicht irgendwann
wenn du es bereust?
wenn du keinen da hast
und an deinen letzen atmen bist
vielleicht wirst du dich dann erinnern
an mich
und vielleicht dann kriegst du ein stich
ein stich von ekel
die ganzen jahren wo du mich gelassen hast
und die ganzen last für nur ein kind
das vertrauen wie blind
denkst du du warst ein guter vater?
vielleicht nicht ein vater sondern eine person
vielleicht ohne option?
das kleine mädchen alleine lassen
die sich selber zum hassen brachte
die auf den boden krachte
und sah die anderen väter
die ihre kinder liebten?
wann kommt das später bei mir
vielleicht nicht in diesem leben hier
wenn du es fallen gelassen hättest das bier
vielleicht wäre ich nicht aufgewachsen wie ein tier
vielleicht würde ich mich selbst lieben
und nicht die last an mir wiegen
heute bin ich groß
aber immernoch das kind
das auf den schlamm guckt
und dich sucht durch den wind
ich wachse und du bleibst stehen
in erinnerung die nie wirklich geschehen
ich suche dich manchmal in anderen männern
die so reden wie du
vielleicht wärst du stolz,
wenn du mich jetzt siehst
oder vielleicht würdest du’s nicht verstehen
dass aus deinem schweigen
meine stimme wurde
du nennst dich vater?
ein titel den du nicht tragen kannst.
du hast ihn abgelegt
ich trag dich nicht mehr mit mir
du trägst mich.
vielleicht als schuld
vielleicht als erinnerung
als das, was du zerstört hast
und nie wieder bekommst.
du bist kein kapitel mehr
du bist nur ein satz
in einem buch
das ich längst zugeklappt hab.
du dachtest, geld wär ein pflaster,
doch geld heilt keine kindheit.
keine anrufe, keine nächte
kein „ich hab’s versucht“ auf halbem
weg.
du hast mich verlassen
für eine andere familie
ein neues leben
so sauber
dass ich darin nicht mal ein fleck sein durfte.
ich hatte mir gewünscht
du wärst ein echter vater gewesen.
vielleicht hätte ich dann
nicht gelernt
meinen schmerz auf meiner haut zu zählen.
vielleicht hätte ich dann
nicht gedacht,
dass liebe weh tun muss,
um echt zu sein.
du hast mich ausgetauscht
wie eine erinnerung,
die unbequem war.
doch ich erinnere mich genug
für uns beide.
du wolltest mich klein –
ich bin gewachsen,
trotz dir.
und wenn du dich fragst,
warum ich nicht mehr schreibe:
das telefon funktioniert in beide richtungen.








